Hast du dieses Wort schon einmal gehört? Was bedeutet es eigentlich?

„Screentox“ ist ein populärer Begriff, der sich aus „Screen“ (Bildschirm) und „Detox“ (Entgiftung) zusammensetzt und sich auf einen Zeitraum bezieht, in dem die Nutzung von Bildschirmen reduziert oder ganz eingestellt wird, um den negativen Auswirkungen der übermäßigen Nutzung digitaler Geräte entgegenzuwirken. Die Praxis zielt darauf ab, das körperliche und geistige Wohlbefinden zu verbessern, indem die Zeit, die mit Geräten wie Smartphones, Computern und Fernsehern verbracht wird, begrenzt wird.

Für Familien ist es ein spielerischer, aber kraftvoller Neustart für Kinder (und Eltern!), sich von der Bildschirmüberlastung zu befreien und die Freude an realen Momenten wiederzuentdecken. Ob mehr Abenteuer im Freien, tiefere Gespräche oder kreatives Spielen - Screentox hilft Familien, bewusst abzuschalten und sich wieder dort zu verbinden, wo es am wichtigsten ist.

Bist du schon ein Opfer deines Bildschirms? Sei ehrlich.

Ich habe mich bewusst gegen ein Smartphone entschieden, für mein Wohlbefinden und das meiner Familie. Aber auch ich bin nicht immun gegen die Verlockungen der Bildschirmzeit. Ich gebe zu - ich könnte definitiv weniger Zeit am Laptop verbringen. Es ist so leicht, sich zu verlieren, und manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich scrolle, wenn ich eigentlich etwas Wichtigeres tun sollte. Es ist ein Kampf, aber sich dessen bewusst zu werden, ist der erste Schritt, nicht wahr?

Viele Eltern kommen zu uns mit Sorgen über den Bildschirmkonsum ihrer Kinder. In fast 19 Jahren der Unterstützung von Familien haben wir gesehen, wie dieses Thema exponentiell gewachsen ist. Was früher nur eine Möglichkeit war, um die Kinder zu unterhalten oder abzulenken, ist heute ein tägliche Herausforderung bei dem sich Eltern fragen, wie viel zu viel ist. Diese kleinen Geräte sind die bequemsten Babysitter - keine stündlichen Kinderbetreuungskosten, immer griffbereit und oft zu leicht zu bedienen.

Du kennst mich gut und weißt, was zuerst angegangen werden muss – lass uns mit unserer Bildschirmnutzung anfangen.

Dir ist sicher bewusst, dass unsere Kinder so besessen von diesen kleinen Geräten sind, weil sie uns ständig dabei sehen? Wir geben das Beispiel ab, ob wir es wollen oder nicht. Es ist schwer, ihnen vorzuwerfen, dass sie an ihren Bildschirmen hängen, wenn wir es selbst auch tun.

Ich weiß, wie hart das sein kann. Schau dir deine Bildschirmzeit für heute an - keine Ausreden mehr, um dich davor zu verstecken. Stelle dich dem und werde dir deiner eigenen Nutzung bewusst, bevor du versuchst, den Bildschirmkonsum deiner Kinder zu managen. Wir verwenden oft die Ausrede, dass wir Erwachsene sind, wir mit unseren Handys arbeiten und jeder über sie kommuniziert – alles wahr. Aber würden wir nicht besser damit fahren, ein paar Grenzen auch für uns selbst zu setzen?

  • Was wäre, wenn du das Handy um 6 oder 7 ausmachst, genauso wie du es tun würdest, wenn du mit der Arbeit fertig bist?

  • Was, wenn du es während der Mahlzeiten vom Tisch lässt und Bildschirmfreie-Zeit schaffst, damit deine Kinder deinem Beispiel folgen können?

  • Was, wenn du nicht das Bedürfnis hättest, sofort jedem zu antworten, besonders wenn du schon mit jemand anderem in ein Gespräch vertieft bist – vor allem mit deinem Ehepartner oder deinen Kindern?

  • Was, wenn du ihnen zeigst, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, sich zu beschäftigen, wie zum Beispiel nach draußen zu gehen oder zusammen etwas zu bauen?

Es fängt bei dir und mir an.

Ich weiß, dass ich diese Gedanken schon früher geteilt habe, aber es ist etwas, das mir so am Herzen liegt, dass ich es einfach nicht loslassen kann. Die Kindheit unserer Kinder schwindet durch diese ablenkenden Geräte. Sie stehlen das kostbarste, was wir ihnen anbieten können: unsere Präsenz. Wir gehen mit unseren Kindern spazieren, aber sind in unseren Bildschirmen vergraben. Wir sind auf dem Spielplatz, aber in unseren Handys verloren. Wir stehen bei der Schulaufführung und filmen sie, aber wir sind nicht wirklich da - unsere Kinder suchen uns, sie suchen unseren Blickkontakt, statt unsere Augen zu sehen, sehen sie unsere Handys.

Unsere Kinder hungern wegen dieser Geräte nach unserer Aufmerksamkeit. Lass es dir wirklich ein Herzensanliegen sein. Wir tauschen Momente aus, die wir niemals zurückbekommen können. Dein Kind sehnt sich nach deinen Augen, deinem Lächeln, deiner vollen, ungeteilten Aufmerksamkeit. Wann hast du das letzte Mal etwas mit deinem Kind unternommen und das Handy zu Hause gelassen? Nur ihr beide, wirklich zusammen? Hast du das schon mal gemacht?

Ich kenne die Ausreden nur zu gut - „Was, wenn etwas passiert? Was, wenn es einen Notfall gibt?“ Du könntest dich zum Beispiel fragen: „Was ist, wenn mich die anderen Kinder dringend brauchen, oder was ist, wenn es eine berufliche Krise gibt, auf die ich sofort reagieren muss?“

Aber vor fünf Jahren habe ich beschlossen, mein Klapphandy gegen ein Leben ohne Smartphone einzutauschen. Und weißt du was? Ich bin gut damit gefahren. Ich lebte auf einer abgelegenen Insel, in der Schweiz, in Barcelona und jetzt in Frankreich und hatte nie einen Notfall, den ich nicht meisterte. Wenn ich Hilfe brauchte, war immer jemand mit einem Handy in der Nähe.

Ich sage nicht, dass du die gleiche Entscheidung treffen musst wie ich - es war einfach das, was sich für mich richtig angefühlt hat. Aber wenn du deinen Kindern wirklich zeigen willst, was es heißt, da zu sein, dann fängt es bei dir an. Mach den ersten Schritt.

Schüttle es nicht weg. Lass es auf dich wirken. Halte inne, atme tief durch und denke wirklich darüber nach. Frage den Heiligen Geist, was du heute ändern kannst. Es muss nicht alles auf einmal geschehen - gehe Schritt für Schritt.

Wenn deine Kinder alt genug sind, sprich ehrlich mit ihnen. Sag ihnen, dass du die Kontrolle über dein Gerät verloren hast. Ja, es ist demütigend, aber glaub mir, es wird ihre Herzen berühren. Sie werden Zeuge deiner Verletzlichkeit und du wirst ihnen ein Vorbild sein. Gemeinsam könnt ihr die Kontrolle zurückgewinnen, die Verbindung wiederherstellen und als Familie daran arbeiten. Es fängt mit deinem Herzen an, und von dort aus wird sich alles verändern. Denn das Einzige, was wir lehren können, ist das, was wir selbst leben.

Dies ist unsere Einladung, deine und meine. Lass uns diesen Schritt gehen – für die Gesundheit, Verbindung und das Wohl unserer Familien. Den nächsten Generationen beizubringen, dass es möglich ist, mit Absicht zu leben, präsent zu sein und echte Verbindungen zu priorisieren, fängt bei uns an. Gemeinsam können wir das Beispiel setzen und den Weg ebnen für eine Zukunft, in der unsere Kinder aufwachsen und sich gesehen, geliebt und wirklich verbunden fühlen.

Ja, das war hart zu hören - aber nur wenn wir uns diesen Wahrheiten stellen, können wir wirklich darüber nachdenken, wie wir unsere Kinder von der Bildschirmabhängigkeit befreien können.

Nun, du hast es auch gemerkt - die Bildschirme haben die Kontrolle über deinen Tag übernommen. Mahlzeiten, zum Beispiel, waren früher ein Kampf mit deinem wählerischen Esser, aber jetzt isst er schneller, wenn er ein kurzes Video schaut. Einkaufen ist viel einfacher geworden, wenn dein Kind mit einer altersgerechten Serie beschäftigt ist. Autofahrten? Ein Segen. Du hast Qualitätzeit mit deinem Partner, während dein Kind an den Bildschirm gefesselt ist. Restaurants? Ein Genuss, solange dein Kind etwas zu schauen hat. Wir könnten noch das Zähneputzen, Warten im Arztzimmer, Zeit mit Freunden und ja, sogar in der Kirche hinzufügen – wir sehen diese kleinen Gesichter, die in ihren Bildschirmen vertieft sind, weil es einfach einfacher ist, sich zu konzentrieren, oder? Bildschirme scheinen die perfekte Lösung zu sein, um alle ruhig zu halten, aber haben wir wirklich über die langfristigen Auswirkungen auf unsere Beziehungen nachgedacht?

Ertappt?

Es geht nicht darum, dich zu beschämen - glaub mir, ich verstehe das. Ich bin dankbar, dass ich meine Kinder weitgehend ohne diese Ablenkungen großgezogen habe, und ich kann mir nur vorstellen, wie es für dich ist. Wenn wir nicht vorbereitet sind, wenn wir nicht innehalten, um darüber nachzudenken, und wenn alle um uns herum dasselbe tun, ist es leicht, in diese Falle zu tappen. Um ehrlich zu sein, sind wir alle dafür anfällig. Und nur weil ich kein Handy habe, heißt das nicht, dass ich auch bei meinem Laptop achtsam sein und gesunde Grenzen setzen muss!

Also, wie fangen wir an?

  1. Das Beispiel geben – Als Eltern müssen wir das Verhalten vorleben, das wir bei unseren Kindern sehen wollen. Führe mit gutem Beispiel.

  2. Setze Familienziele – Wenn du sie noch nie festgelegt hast, ist jetzt der Zeitpunkt! Eine Vision für deine Familie zu schaffen, hilft, den Alltag zu strukturieren und zu entscheiden, was du tun möchtest und was nicht. Setz dich mit deinem Partner zusammen und lege gemeinsam Ziele fest. Mehr dazu hier.

  3. Setze klare Grenzen – Nachdem du die Familienziele festgelegt hast, setze klare Grenzen mit deinem Partner oder einem vertrauten Freund für Alleinerziehende. Beispielsweise kannst du feste Zeiten für die Bildschirmnutzung festlegen, wie keine Bildschirme während der Mahlzeiten, im Auto oder vor dem Schlafengehen. Konsequenz ist der Schlüssel.

  4. Biete Alternativen an - Du kannst nicht einfach etwas wegnehmen, ohne 100 andere Vorschläge zu machen. Hier sind einige Alternativen für verschiedene Situationen:

    • Mahlzeiten: Koche mit deinem Baby im Hochstuhl und lass es den Prozess beobachten. Lass dein Kleinkind bei altersgerechten Aufgaben helfen. Dabei lehrst du sie über die Zeit auch zu kochen. Mach das Kochen zu einem Spaß und interaktiven Erlebnis und bleib konsequent, Mahlzeiten ohne Geräte zu genießen.

    • Einkaufstrips, Autofahrten, Restaurants, Arztbesuche, Zeit mit Freunden, Gottesdienste: Nimm einen Rucksack mit Spielzeug, Büchern oder Malmaterialien mit, um dein Kind zu unterhalten.

    • Naturspaziergänge: Verbringe Zeit draußen und erkunde die Natur zusammen. Sprich über die verschiedenen Bäume, Blumen und Tiere. Ermutige zur Neugier, ohne Ablenkungen. Du kannst auch Dinge wie Hütten aus Stöcken bauen oder nahegelegene Wanderwege erkunden.

    • Zuhause: Schaffe kreative Aktivitäten wie Basteln, Malen, Musik machen oder gemeinsam ein Puzzle lösen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten für Aktivitäten ohne Bildschirm.

  5. Kommuniziere das Warum Sei offen mit deinen Kindern über die Veränderungen, die du vornimmst. Erkläre ihnen, warum es so wichtig ist, miteinander in Verbindung zu treten und wie zu viel Bildschirmzeit diese Verbindungen stören kann. Tue dies Altersentsprechend und baue darauf auf.

Ein Wort der Warnung: Es wird keine schnelle Lösung geben, die alles sofort besser macht. Es ist ein Marathon, ein langer Weg, um Werte zu vermitteln und einen gesunden Umgang mit der Bildschirmzeit zu entwickeln. Ob du also ein Kleinkind, ein Vorschulkind, ein Schulkind oder einen Teenager hast, erwarte keine sofortige Dankbarkeit. Du wirst auf Widerstand stoßen - Schreien, Treten, Frustration. Sie haben noch nicht gelernt, ohne Bildschirm mit Langeweile umzugehen.

Bleibe absichtlich darin, sie durch diese schwierigen Momente zu begleiten. Führe sie, ohne auf den bequemen Trost eines Geräts zurückzugreifen. Es wird Mut, Konsequenz und Durchhaltevermögen von dir erfordern. Es ist der schwierigere Weg, aber auf lange Sicht der gesündere.

Denke daran, wir erziehen nicht nur für heute oder morgen, sondern für ein bleibendes Erbe – eines, das die nächsten Generationen beeinflussen wird. Es gibt Kämpfe zu gewinnen, und dieser ist einer davon.

Wenn du dich entmutigt fühlst oder das Gefühl hast, dass dein Durchhaltevermögen schwach ist, bitte den Heiligen Geist, die wahre Ursache deiner Schwierigkeiten zu offenbaren. Vielleicht stellst du fest, dass du in einem Kreislauf gefangen bist – du weißt, wie wichtig diese Veränderung ist, aber du schaffst es nicht, sie umzusetzen. Wir sind hier, um dir zu helfen, denn mit guten Ideen allein ist es nicht getan. Wenn du tiefer mit Ihm gehst, wird das gelöst, was nur Er heilen kann. Es ist nicht nur für dich - es ist ein Geschenk für deine Familie und die kommenden Generationen.

Previous
Previous

Elternschaft und Intimität

Next
Next

Gottes Einladungen