Digitale Elternschaft: Herausforderungen meistern
Eltern müssen sich heute viel mehr Fragen stellen, als es unsere Eltern je mussten, wenn es um die Geräte geht, die unsere Häuser eingenommen haben.
Leider verschwindet das Problem nicht, indem man es ignoriert. Es wird dadurch nicht gelöst. Es wird zweifellos schneller zu einem drängenden Thema werden, als uns lieb ist.
Warum also nicht aktiv werden?
Handeln wir.
Schauen wir uns einige wichtige Fragen an?
Wie führen wir unsere Kinder an Technologie heran?
Ab welchem Alter sollten Kinder gamen dürfen?
Und die sozialen Medien?
Wann sollten sie ein Smartphone bekommen?
Wer bezahlt dafür?
Was sind die Regeln für den Gebrauch?
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Das sind nur einige der vielen Fragen, die wir uns als Eltern stellen sollten - am besten, bevor unsere Kinder damit anfangen. Hast du diesbezüglich Entscheidungen gefällt? Bist du mit deinem Ehepartner oder, wenn du allein erziehend bist, mit einem guten Freund zusammengesessen und hast besprochen, wie du mit diesen Fragen in deinem Haushalt umgehen willst?
Leider, aber auch zum Teil glücklicherweise, gibt es keine allgemeingültigen Antworten. Es gibt wichtige Empfehlungen, aber jede Familie geht mit diesen Fragen anders um. Ich glaube jedoch und bin davon überzeugt, dass man schon allein dadurch, dass man über diese Fragen nachdenkt, sie diskutiert und schließlich Entscheidungen trifft, einen viel besseren Start hat als die meisten Eltern, die nur auf den Druck ihrer Kinder und Gleichaltriger reagieren.
Lasst uns also aktiver werden. Auch wenn du die Gelegenheit in der Vergangenheit verpasst hast, ist es nie zu spät, jetzt etwas zu ändern. Ich möchte dich ermutigen, als Elternteil haben wir den größten Einfluss, wenn es darum geht, angemessene Grenzen zu setzen. Klare und konsequente Richtlinien sind wichtig und gesund für dein Kind.
Wie führen wir unsere Kinder an die Technologien heran?
Die kurze Antwort lautet: schrittweise. Die lange Antwort lautet: Vor allem Vorbild sein. Ja, darauf läuft es hinaus.
Wenn du mit deiner eigenen Smartphonenutzung kämpfst, mach dir keine Sorgen um die deines Kindes. Dein Teenager wird es merken und dich darauf hinweisen. Praktiziere, was du predigst. Ich weiß, dass das sehr schwierig ist, denn diese kleinen Geräte sind schneller in unser Leben eingedrungen, als uns lieb ist; wir brauchen sie für die Arbeit, für soziale Kontakte, für Besprechungen, zur Unterhaltung und sogar für herkömmliche Telefongespräche.
Wenn du das Gefühl hast, dass du an deinen eigenen ungesunden Verhaltensmustern arbeiten musst, sei deinem Kind gegenüber transparent. Es ist besser, mit deinen Kindern an gesünderen Verhaltensweisen zu arbeiten, die eure Beziehung stärken, als zu versuchen, sie zu verbergen, was selten funktioniert und zu Respektverlust führen kann.
Ab welchem Alter sollten Kinder gamen dürfen?
Altersfreigaben gibt es aus gutem Grund; ignoriere sie nicht einfach, weil dein Kind möglicherweise einen Wutanfall bekommt oder weil "jeder" in der Schule es spielt. Du wirst feststellen, dass es nicht wirklich jeder ist, und selbst wenn es so ist, können deine Entscheidungen anders sein als die anderer Eltern, und das ist in Ordnung.
Weißt du, was deine Kinder spielen, oder bist du nur erleichtert, dass sie für ein paar Minuten Ruhe geben? Informiere dich und sprich mit deinen Jugendlichen darüber. Setz dich neben sie und lass dir erklären, worum es in ihrem Spiel geht. Sie freuen sich über Aufmerksamkeit und erzählen gerne von ihrem Hobby. Bleibe ein Schüler deiner Kinder.
Wenn dein jüngeres Kind ein Spiel spielen möchte, informiere dich zuerst und setze dich dann zu ihnen, während sie spielen.
Ich hoffe, du erkennst schnell, dass es nicht nur darum geht, das dein Kind unterhaltet ist; es ist unsere Verantwortung zu wissen, was sie sehen, hören und womit sie sich beschäftigen.
Die Frage bleibt: Helfen oder schaden Videospiele Kindern? Es gibt keine einfache Antwort, da die Auswirkungen je nach Kind und Art des Spiels variieren. Einige Studien deuten darauf hin, dass Videospiele die kognitiven Fähigkeiten von Kindern verbessern können, indem sie problemlösendes Denken, Gedächtnis und räumliches Vorstellungsvermögen fördern. Es gibt jedoch auch Bedenken hinsichtlich potenzieller negativer Auswirkungen auf das geistige Wohlbefinden von Kindern, einschließlich Sucht, erhöhter Aggression und verminderter schulischer Leistung.
Und die sozialen Medien?
Jüngste Diskussionen haben sich um die Idee gedreht, das Alter auf 18 Jahre zu erhöhen, getrieben von Bedenken über Cybermobbing und die idealisierten Lebensstile, die oft in sozialen Medien dargestellt werden.
Forschungen zeigen, dass das Gehirn zwischen 10 und 19 Jahren eine sehr sensible Phase durchläuft, die entscheidend für die Bildung von Identität und Selbstwertgefühl ist. Die regelmäßige Nutzung von sozialen Medien während dieser Entwicklungsperiode kann zu erheblichen Veränderungen im sich entwickelnden Gehirn führen und möglicherweise das emotionale Lernen, die Impulskontrolle und die emotionale Regulation beeinträchtigen.
Trotz der Altersanforderung von 13 Jahren, die von den meisten sozialen Medienplattformen festgelegt wurde, halte ich es für essenziell, dass Eltern beurteilen, ob dies für ihr Kind geeignet ist. Lass nicht andere diese Entscheidung für deine Kinder treffen; du kennst sie besser.
Bitte den Heiligen Geist und höre auf jegliches Zögern, das zu einer mutigen Entscheidung für das Wohl deines Kindes führen kann. Ich verstehe, dass dies in der heutigen Welt viel Mut erfordert, aber du bist dafür ausgestattet.
Wann sollten sie ein Smartphone bekommen?
In der Schweiz wird empfohlen, mit 12 Jahren. Aber wie immer, bete darüber.
Wenn es wirklich notwendig ist, dass dein Kind schon früher ein Telefon hat, vielleicht aus Sicherheitsgründen oder um dich erreichen zu können, ziehe ein altes Klapphandy in Betracht. Diese Geräte ermöglichen nur grundlegende Funktionen wie Textnachrichten oder Anrufe und sind eine einfachere und sicherere Alternative.
Wer bezahlt dafür?
Auch hier eine Entscheidung, die nur du treffen kannst, aber eine Frage, die es wert ist, gestellt zu werden.
Was sind die Regeln für den Gebrauch?
Bevor unsere Kinder Zugang zu Handys oder sozialen Medien hatten, haben mein Mann und ich ihnen eine ausführliche Lektion über mobile Geräte und soziale Medien gegeben. Wir haben umfangreiche Recherchen betrieben, die sie nicht nur auf die Nutzung von Technologie vorbereitet, sondern auch die Regeln in unserem Haushalt festgelegt haben.
Die Lektion war umfassend und deckte verschiedene Aspekte der Gerätenutzung und Verantwortung ab. Wir haben spezifische Richtlinien festgelegt, wie z. B. die Planung der Spielzeit erst nach Erledigung anderer täglicher Aufgaben und die Begrenzung der Nutzung sozialer Medien mit der Möglichkeit, diese bei Bedarf zu blockieren.
Wir haben auch zusätzliche Regeln eingeführt, wie die Begrenzung der Bildschirmzeit auf zwei Stunden vor dem Schlafengehen und das Gebot, keine Geräte mit an den Esstisch zu nehmen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, gesündere Lebensgewohnheiten zu fördern und Ablenkungen zu minimieren.
Um die Bedeutung der Einhaltung dieser Regeln zu betonen, haben wir auch realistische Konsequenzen für Verstöße festgelegt. Dieser Ansatz hat Verantwortlichkeit vermittelt und die verantwortungsvolle Nutzung von Geräten bei unseren Kindern gefördert.
Sobald du deine Regeln festgelegt hast, musst du diese konsequent überwachen und durchsetzen.
Ziel ist es, unseren Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Technologie zu vermitteln.
Wenn du das Gefühl hast, dass du ihnen zu viel Bildschirmzeit gegeben hast, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um Anpassungen vorzunehmen.
Betrachte die Perspektive einer 20-Jährigen, die sich wünscht, ihre Eltern hätten ihr in ihren späten Teenagerjahren strengere Grenzen für die Bildschirmzeit gesetzt. Sie gibt zu, dass sie sich überfordert fühlt von ihrer eigenen Unfähigkeit, sich selbst zu regulieren. Unsere Teenager artikulieren möglicherweise ihre Bedürfnisse nicht auf diese Weise, aber es ist wichtig, Gespräche mit ihnen über verantwortungsvollen Umgang mit Geräten zu führen.
Als Eltern haben wir die Verantwortung, unsere Teenager zu führen und zu erziehen. Wir dürfen uns nicht dem Druck der Gesellschaft beugen.
Es liegt in unserer Verantwortung, proaktive Schritte zum Wohle unserer Teenager zu unternehmen und mit ihnen einen offenen Dialog über gesunde Technologiegewohnheiten zu führen.
Gespräche über den Umgang mit Technologie sensibel anzugehen, ist besonders in den Teenagerjahren entscheidend. Bevor du Grenzen setzt, ist es am besten, altersgerechte Fragen zu stellen und die Perspektive deines Kindes zu hören.
Unsere eigene Erfahrung mit unserem Kind unterstreicht die Bedeutung dieses Ansatzes. Er hat mehrere selbst auferlegte Einschränkungen bei der Nutzung seines Handys eingeführt, weil er erkannt hat, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht gesund für ihn war. Dies verdeutlicht die Wichtigkeit, offene Kommunikation zu fördern und unsere Teenager zu ermutigen, bewusste Entscheidungen über ihre Technologiegewohnheiten zu treffen.
Andererseits ist unser jüngstes Kind noch nicht so weit. Es braucht noch Grenzen, denn sie ist noch nicht bereit für die Freiheit. Es geht darum, sein Kind zu kennen und offen zu sein für die Impulse des Heiligen Geistes.
Ich möchte dich in deiner Elternschaft ermutigen. Es ist wichtig, proaktiv und informiert zu sein. Ich habe keine spezifischen Grenzen oder Regeln aufgelistet, weil ich glaube, dass diese Entscheidungen am besten gemeinsam als Paar oder mit der Unterstützung eines vertrauten Freundes getroffen werden sollten. Um durch die Komplexität der Elternschaft zu navigieren, ist es wichtig, Gottes Weisheit und Einsicht zu suchen.
Abschließend wollen wir die Perspektiven einiger Einzelpersonen reflektieren:
Chip und Joanna Gaines, obwohl sie selbst Social-Media-Stars sind, haben eine Hausregel, dass ihre Kinder keine Social-Media-Konten bekommen, bis sie im Sommer vor dem College stehen – im Alter von 18 Jahren.
Justin Rosenstein, der 2007 den Like-Button mitentwickelt hat, hat einen einzigartigen Ansatz zu sozialen Medien. Er nutzt Apps, um seinen Zugang zu Facebook zu begrenzen, vergleicht Snapchat mit Heroin und hat sogar Kindersicherungen auf seinem iPhone, um die Installation neuer Apps zu verhindern. Rosenstein sieht die Vorfreude auf Facebook-Likes als "Pseudo-Vergnügen" an, das trotz seiner verführerischen Natur flach bleibt. Er erkennt an, dass selbst gut gemeinte Erfindungen unbeabsichtigte negative Folgen haben können.