Die besondere Rolle der Väter
Am heutigen Vatertag wollen wir unsere Väter, Ehemänner, Stiefväter und Pflegeväter ehren und feiern - nicht nur heute, sondern jeden Tag -, indem wir ihre einzigartige Rolle in unserem Leben und im Leben unserer Kinder würdigen.
Mütter und Väter haben von unserem Schöpfer unterschiedliche und wertvolle Aufträge bekommen.
Ihre Rollen ergänzen und unterstützen sich.
Heute erkennen wir die wichtige Aufgabe der Väter an und wissen, dass sie Sicherheit, Identität und Versorgung bieten.
Viele von uns haben bemerkt, dass Väter oft auf die Rolle einer rein biologischen Notwendigkeit reduziert werden, und manche Frauen entscheiden sich daher, ihre Kinder allein großzuziehen. Doch die Forschung zeigt immer wieder, dass Väter nicht optional, sondern unverzichtbar sind.
Es gibt zwei große Trends in der heutigen Vaterschaft: die Abwesenheit des Vaters und die väterliche Fürsorge. Immer mehr Kinder wachsen ohne die ständige Anwesenheit eines Vaters auf. Die Zahl der Alleinerziehenden nimmt weltweit zu.
Wir alle haben die Statistiken über die Krise der vaterlosen Haushalte und ihre negativen Folgen gelesen, wie z.B:
Höheres Armutsrisiko
Verhaltensauffälligkeiten
Höheres Gefängnisrisiko
Höheres Risiko, kriminell zu werden
Erhöhtes Risiko für Teenagerschwangerschaften
Drogen- und Alkoholabhängigkeit ist erhöht
…
Es geht nicht darum, Angst zu schüren, sondern zu erkennen, dass wir vielleicht zu weit in die Richtung geschwungen sind, dass Männer nicht wirklich notwendig sind und Frauen alles alleine schaffen können. Diese Vorstellung ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Sie rührt aber oft von gebrochenem Vertrauen und tiefen Verletzungen her, die Frauen erlitten haben. Männer aus der Gleichung zu entfernen, ist nicht die Lösung.
Es war noch nie eine gute Idee, Entscheidungen aus der Verletzung heraus zu treffen, denn es gibt Hoffnung auf Heilung und Wiederherstellung. Ich weiß nicht, wie das in deinem Leben aussieht, aber Gott weiß es.
Anlässlich des Vatertags möchten wir die unverzichtbare Rolle der Väter anerkennen und ihren unersetzlichen Beitrag für unsere Familien ehren.
Wir möchten die Bedeutung und die Rolle der Väter hervorheben und sie auf jeder Etappe des Weges achten.
Als allein erziehende Mutter lade ich dich ein, weiterzulesen. Mein Anliegen ist es, auch dir Mut zu machen und dabei der ursprünglichen Idee treu zu bleiben. Ich bin mir jedoch der besonderen Herausforderungen und Belastungen bewusst, denen du dich stellen musst, und möchte auch auf diese eingehen.
In dem Buch "Mach mich stark fürs Leben: Was nur Väter ihren Kindern geben können" von John Eldredge überzeugend dargelegt, welchen tiefgreifenden Einfluss Väter auf ihre Kinder haben.
Jeder Junge, ist von einer Frage getrieben: Habe ich das Zeug dazu?
Mädchen stellen sich ihr Leben lang eine andere, aber ebenso mächtige Frage: Bin ich es wert?
Doch egal, wer die Frage stellt, Jungen und Mädchen gleichermaßen suchen die Antwort bei ihrem Vater.
Identität, wie bereits erwähnt, kann nur vom Vater verliehen werden.
Väter, nehmt aktiv am Leben eurer Kinder teil. Es reicht nicht, sie finanziell zu unterstützen, auch wenn das wichtig ist. Es geht auch darum, Identität und Sicherheit zu vermitteln, bedingungslos zu lieben, Mitgefühl zu zeigen und, wenn nötig, zu disziplinieren.
Identität
„Seht, welch große Liebe uns der Vater erwiesen hat, dass wir Kinder Gottes genannt werden sollen!“ (1. Johannes 3:1).
Die Rolle des Vaters bei der Identitätsbildung ist entscheidend. Bewusst oder unbewusst prägt er das Selbstbild und die Lebensziele seines Kindes. Die Identität des Kindes wird maßgeblich durch die Beziehungen zum Vater geprägt.
Väter, wie geht ihr mit euren Kindern um?
Überlegt euch die Worte, die ihr verwendet – sind sie aufbauend oder kritisch?
Eure Worte haben einen tiefen Einfluss auf ihr Leben, ob ihr sie nun aussprecht oder nicht.
Sie beobachten jeden eurer Schritte, auch wenn ihr euch dessen nicht bewusst seid. Vermitteln eure Worte und Taten ihnen ein Gefühl von Identität?
Weil unsere wohlmeinenden Absichten oft im Alltagsstress untergehen, ist es notwendig, Routinen zu etablieren.
Schreibt tägliche Notizen: Sie müssen nicht lang sein, ein einfaches „Ich liebe dich“, „Ich bete für dich“, „Ich bin stolz auf dich“ usw. kann tiefgreifend sein.
Plant monatliche Dates und übt aktives Zuhören.
Sprecht Worte des Lebens über sie. Bittet Gott um ein Wort für jedes Kind.
Mitgefühl, Sicherheit und Liebe
Der verlorene Sohn ist ein mächtiges Bild eines liebevollen Vaters.
„Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen; er lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“ (Lukas 15:20)
Dies zeigt uns eine Liebe, nach der jeder Vater streben sollte.
Sein Sohn sagte effektiv: „Ich wünschte, du wärst tot, damit ich mein Erbe haben könnte“ (Lukas 15:12) und verließ ihn dann. Trotz des Schmerzes, den er sicher fühlte, nahm der Vater seinen Sohn nicht nur mit offenen Armen auf, sondern lief ihm entgegen, umarmte und küsste ihn.
Väter, wie geht ihr damit um, wenn euer Kind euch wegstößt, unfreundliche Worte zu euch sagt oder euch ablehnt?
Die instinktive Reaktion, besonders wenn unser Kind die Mutter bevorzugt und uns ablehnt, ist oft Rückzug. Das geht tiefer, als wir zugeben wollen.
Denkt an den Vater in der Geschichte vom verlorenen Sohn. Trotz aller verletzenden Worte und Taten lief er auf seinen Sohn zu, umarmte ihn und überhäufte ihn mit Zuneigung. Ein solch verwundbarer Schritt, vor allem nach allem, was sein Sohn getan hatte, zeigt, wie wichtig es ist, eine Beziehung zu seinem Kind aufzubauen. Unabhängig von seinem Verhalten ist es entscheidend, unerschütterliche Liebe und Mitgefühl zu zeigen.
Wie könnt ihr das tun?
Achtet auf euren Ton und eure Wortwahl, wenn euer Kind mit einem Misserfolg oder einer schlechten Note zu euch kommt. Kinder haben nicht unbedingt Angst vor dem Versagen selbst, sondern davor, vor ihrem Vater zu scheitern. Wie geht ihr mit ihren Gefühlen um?
Disziplin und nicht Provozieren
„Ihr Väter, behandelt eure Kinder nicht ungerecht! Sonst fordert ihr nur ihren Zorn heraus. Eure Erziehung soll sie vielmehr in Wort und Tat zu Gott, dem Herrn, hinführen.“ (Epheser 6:4)
Es macht einen großen Unterschied, wenn Väter ihre Kinder erziehen und disziplinieren. Ein wichtiger Aspekt, der in diesem Vers betont wird, ist jedoch, das Kind nicht zum Zorn zu reizen.
Denkt daran, wie ihr euer Kind erzieht – tut ihr es mit einer Mischung aus Liebe und Konsequenz, oder provozieren eure Methoden es ungewollt zum Zorn?
Ich möchte allen Vätern danken, die ihre Elternrolle aktiv wahrnehmen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, sich zu engagieren, die Bindung zu pflegen und die Identität des Kindes kontinuierlich zu stärken.
Allen Vätern, die große Fehler gemacht haben, vielleicht bis zu dem Punkt, dass sie nicht mehr mit ihren Kindern zusammenleben oder Kontakt zu ihnen haben, möchte ich eine Botschaft der Hoffnung senden. Es ist nie zu spät für eine Veränderung. Heute könnt ihr euch entscheiden, wieder in das Leben eurer Kinder zurückzukehren und eure Verantwortung als Eltern wahrzunehmen. Lasst euch von Gott, dem Vater, leiten und lehren, wie ihr der Vater sein könnt, den eure Kinder brauchen. Macht den mutigen Schritt, um Vergebung zu bitten und aktiv an der Versöhnung und Wiederherstellung eurer Beziehungen zu arbeiten.
An alle alleinerziehenden Mütter da draußen, ich möchte über die schwere Last sprechen, die ihr tragt - eine Bürde, von der Gott nie wollte, dass ihr sie allein übernehmt. Es ist eine weit verbreitete Lüge, dass ihr sowohl Mutter als auch Vater sein müsst, aber die Wahrheit ist, dass ihr nicht beides sein könnt. Vertraut stattdessen darauf, dass Gott der Vater einspringt und sich um die Herzen eurer Kinder kümmert, wie nur Er es kann. Macht Platz in eurem Leben und lasst Ihn die leere Vaterrolle ausfüllen, denn Er ist der vollkommene Vater, der verspricht, für eure Kinder zu sorgen. Auch inmitten von Herausforderungen gibt es immer Hoffnung, und wenn eure Kinder sehen, wie ihr einem perfekten Vater vertraut, wird auch ihr Glaube wachsen. Ihr könnt diese Lücke nicht schließen, aber die gute Nachricht ist: Er kann es!
Ich möchte auch uns Mütter ansprechen.
Wir spielen eine entscheidende Rolle dabei, unseren Ehemännern Raum in ihrer Rolle als Väter zu geben.
Es gibt Zeiten, in denen wir versucht sind, zu schnell einzugreifen. Vielleicht weint unser Kind, und wir wissen genau, was zu tun ist, oder unsere Ehemänner bitten uns um Hilfe oder darum, die Verantwortung zu übernehmen. Die Ermutigung, dass sie es alleine schaffen, ist in diesen Momenten wichtig. Sie müssen lernen, ihren eigenen Weg zu finden und zu vertrauen, dass sie die Fähigkeit haben, für ihre Kinder zu sorgen, ohne dass wir eingreifen. Manchmal ist es notwendig, einen großen Schritt zurückzutreten und unsere Männer mit Worten der Liebe und Ermutigung zu überschütten, um ihnen unser volles Vertrauen zu zeigen und sie in ihrer Rolle zu stärken.
Ich verstehe, dass dieses Thema viele Emotionen hervorrufen kann, und ich kann die Einwände fast hören. Ich entschuldige mich dafür, dass ich in diesem Beitrag nicht alle Perspektiven ansprechen oder euch das Gefühl geben kann, in eurer einzigartigen Situation vollständig verstanden zu werden. Es schmerzt mich zutiefst, dass ich eure Herzen nicht ganz erreichen kann. Vielleicht habt ihr die Erfahrung gemacht, von eurem eigenen Vater abgelehnt zu werden, seid ohne Vaterfigur aufgewachsen oder wurdet traumatisiert und missbraucht. Es tut mir von Herzen leid! Lasst mich das sagen:
Es gibt jemanden, der euch ganz und gar versteht, der euch kennt und der eure Wiederherstellung und Heilung will.
Bringt eure Fragen zu Gott, er erwartet euch mit offenen Armen.
Als Väter oder Mütter lasst uns darauf konzentrieren, uns von Ihm heilen zu lassen.
So können wir unsere Kinder und die nächste Generation gut erziehen, ohne die Wunden unserer eigenen Vergangenheit weiterzugeben.
Es gibt Hoffnung für euch und eure Familien!
Einen schönen Vatertag!