Grösster Einfluss
Eltern haben nach wie vor den größten Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder, sei es bewusst oder unbewusst. Kinder liebevoll zu erziehen ist keine Frage des Zufalls, sondern der bewussten Elternschaft.
Du hast es sicher schon erlebt: Sobald dein Kleinkind zu sprechen beginnt, ahmt es dich nach. Das setzt sich fort mit der Sprache deines Vorschulkindes und dem Verhalten deines Teenagers.
Die Frage ist: Glaubst du das wirklich und spiegelt sich deine Überzeugung in deinem Handeln wider?
In einer Kultur, in der oft suggeriert wird, dass jeder unsere Kinder sofort nach dem Mutterschaftsurlaub betreuen kann - sei es nach drei Monaten oder nach der im jeweiligen Land üblichen Dauer - werden wir ermutigt, sie in eine Krippe zu geben, eine Nanny einzustellen oder, wenn wir Glück haben, die Verantwortung mit anderen Familienmitgliedern zu teilen. Die gesellschaftliche Norm legt nahe, dass professionelle oder familiäre Kinderbetreuung die elterliche Präsenz und den elterlichen Einfluss in diesen prägenden frühen Jahren nahtlos ersetzen kann. Wir sind versucht zu glauben, dass wir unser Leben weiterführen können wie bisher, nur jetzt mit einem Kind und mit weniger Opfern. Aber ist das überhaupt möglich? Sollten wir uns nach einem Leben vor dem Kind sehnen?
Ich erinnere mich, dass der Übergang zur Mutter schwierig war. Ja, die körperliche Veränderung, auf die einen niemand vorbereiten kann, aber auch die gesellschaftliche Norm, wenn man einen anderen Weg wagt. Ich habe den Druck gespürt, wieder arbeiten zu gehen, so als ob meine neue Aufgabe nicht so wichtig wäre, nach dem Motto: „Jeder kann sich um deinen Sohn kümmern, aber wir brauchen dich auf der Arbeit, du brauchst einen Job“.
Obwohl es meine Entscheidung war, eine Auszeit von einem gut bezahlten Job zu nehmen, der zu diesem Zeitpunkt erfolgreicher war als der meines Mannes, mit der Aussicht auf eine schnelle Beförderung, war ich schockiert, als ich feststellen musste, dass es zusätzlich zu den körperlichen Veränderungen auch mental schwieriger war. Keine Anerkennung, keine gut gemachte Arbeit, keine Bezahlung, ein endloser Kreislauf sich wiederholender Routinen, dazu noch die Erholung von der Geburt, obwohl meine Geburtserfahrung sehr gut war, stand vor der Frage: Will ich das wirklich? Es war härter als erwartet. Die Versuchung, schnell wieder in den Alltag zurückzukehren, war überraschenderweise größer, als ich gedacht hätte.
Gott sei Dank haben wir unsere Entscheidungen im Voraus getroffen, bevor Emotionen unser Urteilsvermögen trüben konnten. Bleibt bei den Entscheidungen, die ihr gemeinsam gefällt habt, nicht inmitten der hormonellen Veränderungen. Unsere Mentoren haben uns geraten, schon vor der Geburt des Babys über große und kleine Dinge zu sprechen und uns darüber zu einigen. Diese Gewohnheit ist wichtig, denn sie wird uns die nächsten 18 Jahre und länger begleiten. Ein guter Rat.
Wenn wir also glauben, dass wir immer noch den größten Einfluss auf unsere Kinder haben, sollten wir uns fragen, ob wir sie einer zufälligen Krippe anvertrauen (und ich meine das nicht respektlos, sondern ehre all jene, die sich für die Unterstützung und Stärkung der nächsten Generation einsetzen), einem Kindermädchen, das wir gerade erst kennen gelernt haben, oder den Großeltern. Erkennen wir wirklich, wie einzigartig diese prägenden Jahre sind? Wollen wir wirklich, dass jemand anderes diese kostbare Zeit erlebt? Glauben wir, dass Gott uns für unser Kind auserwählt hat?
Großeltern, so liebevoll und erfahren sie auch sein mögen, sollten ihre besondere Rolle genießen können, ohne die zusätzliche Verantwortung, erneut erziehen zu müssen. Sie haben bereits ihre eigenen Kinder großgezogen und verdienen es, die Freude und Verwöhnung dieser einzigartigen Position zu genießen.
Viele Eltern kämpfen damit, auf die Hilfe von Familienmitgliedern angewiesen zu sein und geraten oft in Konflikt mit deren Erziehungskonzepten. Dies kann zu Spannungen und Frustration führen, da die Werte und Methoden möglicherweise nicht mit denen der Eltern übereinstimmen. Es ist wichtig, diese Herausforderungen zu erkennen und ein Gleichgewicht zwischen dem Respekt für die unterstützende Rolle der Großeltern und der Erziehung unserer Kinder nach unseren eigenen Werten zu finden.
Wollen wir wirklich den größten Einfluss auf das Leben unseres Kindes haben? Das ist vielleicht der Ausgangspunkt. Zu glauben, dass wir den größten Einfluss haben, ist eine Sache, aber diese Verantwortung wirklich übernehmen zu wollen, ist eine andere. Diese Überlegung geht über die Debatte darüber hinaus, ob man erwerbstätig ist oder nicht oder sich die Erziehungsaufgaben mit dem Partner teilt.
Die Entscheidung, sich aktiv an der Erziehung unseres Kindes zu beteiligen, sollte idealerweise vor der Familiengründung getroffen werden. Während wir oft mit Namensdiskussionen, der Planung von Genderreveals, der Organisation von Babypartys oder Babymoons beschäftigt sind, sollten wir auch darüber sprechen, wie wir die Verantwortung für die Erziehung dieses wertvollen Geschenks teilen.
Über die Vereinbarkeit von Beruf und Erziehung zu sprechen, die Erwartungen des anderen zu verstehen und die Werte und Grundsätze festzulegen, die wir unserem Kind vermitteln wollen, sind wichtige Schritte. Diese Gespräche tragen dazu bei, dass beide Elternteile an einem Strang ziehen und sich gegenseitig bei der Erziehung des Kindes unterstützen.
Letztendlich habt ihr beide euch entschieden, eine Familie zu gründen. Auch wenn die Entscheidung sich manchmal als unvermeidlich anfühlte, bleibt der Segen bestehen: Ihr tragt eine Belohnung. Lasst das sacken.
Ein Geschenk sollte nicht einfach mit einem höflichen „Danke“ weitergegeben werden. Dies ist ein Geschenk direkt von Gott. Jedes Kind ist ein Geschenk. Gott sei Dank hängt der Wert eines Kindes nicht davon ab, ob es geplant oder ungeplant ist, denn ihre Geschichte ist bereits von Ihm geschrieben.
Vielleicht trägst du diesen Einfluss wie einen schweren Rucksack mit dir herum, der dich ständig an deine Misserfolge erinnert, oder du bist dir der Verantwortung deiner Handlungen und Worte nicht bewusst. Dieser Einfluss beginnt mit dem ersten Tag deiner Elternschaft und intensiviert sich, je älter deine Kinder werden.
Wenn du Kleinkinder hast, die jeden deiner Schritte und Worte nachahmen, sei dir bewusst, dass diese Dynamik in den Teenagerjahren noch stärker wird. Deine Kinder könnten sich gegen dich auflehnen und deine Prinzipien ablehnen, wenn sie diese nicht konsequent praktiziert gesehen haben. Umgekehrt könnten sie deine Prinzipien übernehmen, wenn sie diese über die Jahre hinweg beständig in deinem Leben erlebt haben.
„... ob dieser Einfluss bewusst oder unbewusst ist“. Egal, ob man bewusst und gezielt Prioritäten setzt, sich die Zeit nimmt, in seine Kinder zu investieren, oder sie so oft wie möglich vernachlässigt, der Einfluss bleibt. Ich treffe viele Eltern, die aufgeben und denken: „Ich kann sowieso nichts machen“ oder sagen: „Mein Kind macht immer das Gegenteil von dem, was ich will!“ Dieses Gefühl setzt sich oft im Teenageralter fort, wenn Eltern das Handtuch werfen, wenn es um Bildschirmzeit und Spiele geht, weil sie glauben, nichts dagegen tun zu können. Ihre Kinder spielen einfach, wie alle anderen auch; es ist eine neue Zeit und wir sollten uns daran gewöhnen.
Du als Mama oder Papa kannst immer etwas tun! Passiver Einfluss ist immer noch Einfluss. Ob es die Art von Einfluss ist, die du weitergeben möchtest, überlasse ich dir.
Lass dich nicht von dem Druck von außen überwältigen, sondern wage es, als Familie festzulegen, was eure Werte sind. Lebe diese Überzeugungen in deiner Familie. Wenn eure Werte scheinbar im Widerspruch zu allen anderer stehen – was oft nicht der Fall ist, aber so wirken kann – stehe aufrecht und sei ein Licht. Andere Eltern werden deinem Beispiel folgen und daraus Hoffnung schöpfen. Wähle den schwierigen Weg, auch wenn deine Kinder dich dafür nicht in Dankbarkeit umarmen werden. Mit der Zeit werden sie verstehen, warum du diesen Weg gewählt hast. Wir erziehen nicht im Moment, sondern in die Zukunft hinein.
Ob du bereits Familienziele festgelegt hast oder noch nie davon gehört hast, es ist nie zu spät, damit anzufangen. Nimm dir die Zeit, dich mit deinem Ehepartner oder, wenn du alleinerziehend bist, einem vertrauenswürdigen Freund zusammenzusetzen. Schreibt gemeinsam 5-7 Familienziele und Werte auf, die ihr in das Leben eurer Kinder einpflanzen werdet, bis sie das Haus verlassen.
Dieser Ansatz mag für manche ansprechender sein als für andere. Aber hör mir zu. Es bedeutet nicht, dass du in allem, was du tust, zielorientiert sein musst. Aber ein Ziel vor Augen zu haben – wie bei jedem anderen Job auch – ist auch beim Elternsein entscheidend. Zu hoffen, dass alles von selber schon gute wird, ist einfach nicht realistisch. Genau wie in einem Beruf, auch wenn Elternschaft eine Berufung und kein Job ist (denn es gibt kein „Ausstempeln“ nach 8,5 Stunden).
Ziele und lehrreiche Momente sind wunderbare Werkzeuge in der Erziehung.
Du weißt bereits, dass dies nicht etwas für die Zartbesaiteten ist, sondern für diejenigen, die jeden Tag durchhalten, auch in einer Zeit der moralischen Vielfalt. Elternschaft ist etwas für mutige Kämpfer, die jeden Tag aufstehen, um die Welt zu verändern. Und ich meine das ernst, nicht nur als Floskel. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Eltern die Welt durch unsere Rolle verändern können. Elternschaft ist Königreichsarbeit. Wir können die Welt zu einem besseren Ort machen, indem wir Kinder erziehen, die nicht nur moralisch sensibel sind, sondern auch eine Vielzahl von Tugenden und Werten verkörpern und Jesus lieben.
Das ist besonders wichtig in der heutigen Welt, in der die Grenzen verschwimmen und du immer öfter mit sozialen Normen in Konflikt gerätst. Die Leute schauen dich vielleicht schief an, wenn du deinen Kindern beibringst, die Leute zu grüßen, ehrlich, vergebend und höflich zu sein. Das macht es nicht einfacher. Es gibt wenig Beständigkeit in der Erziehung, und viele Eltern ändern ihre Prinzipien wie die Mode, je nachdem, welche Meinung sie hören oder welche neue Studie sie verfolgen.
Als Eltern müssen wir inne halten, auf den Heiligen Geist hören, uns mit unseren Ehepartnern oder besten Freunden zusammensetzen und Entscheidungen auf der Grundlage unserer Werte und Prinzipien treffen. Was wollen wir an unsere Kinder weitergeben? Und welche Entscheidungen müssen wir treffen, um dies zu unterstützen?
Du bist für dein Kind auserwählt, eingesetzt und ausgerüstet worden! Sei mutig und lass dich von niemandem vom Gegenteil überzeugen.