Wie heikle Themen besprechen?

Sensible Themen können schwer zu besprechen sein, und je nachdem, wie unsere Eltern damit umgegangen sind (oder auch nicht), ist der einzige wirkliche Fehler, den wir machen können, überhaupt nicht darüber zu reden oder zu glauben, dass ein einziges ernstes Gespräch mit einer langen Erklärung ausreicht.

Als Eltern brauchen wir den Mut, solche Themen offen anzusprechen – am besten im Rahmen einer kontinuierlichen Kommunikation, die ganz natürlich in den Familienalltag integriert ist. Ich weiß, dass das nicht immer leicht ist, besonders wenn man selbst Erfahrungen mit Drogen, Sex oder Alkohol gemacht hat. Doch Schweigen hilft den Kindern nicht. Im Gegenteil: Wenn wir ehrlich über unsere Erfolge und auch über unsere Fehler sprechen, werden wir für sie greifbarer. Wir müssen keine Angst haben, dass diese Offenheit ihnen schaden könnte. Vielmehr können wir ein lebendiges Beispiel dafür sein, wie Gottes verändernde Kraft wirken kann – das hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Ich höre oft von Eltern, dass sie sich nicht qualifiziert fühlen, über bestimmte Themen mit ihren Kindern zu sprechen, weil sie in der Vergangenheit selbst falsche Entscheidungen getroffen haben. Vielleicht hatten sie mehrere Sexualpartner oder Erfahrungen mit Drogen gemacht. Aber lass mich dir sagen: Das ist eine Lüge. Deine Erfahrungen mindern nicht deine Autorität – im Gegenteil. Du hast genauso viel Weisheit und Wertvolles zu teilen wie jemand, der andere Entscheidungen getroffen hat. Gerade durch deine eigene Geschichte kannst du authentisch zeigen, welche Konsequenzen Entscheidungen haben und wie Veränderung möglich ist.

Auch Eltern, die vielleicht keine „großen“ Fehler in ihrer Vergangenheit gemacht haben, fühlen manchmal, dass ihr Zeugnis nicht stark genug ist. Das ist eine Lüge des Teufels. Er weiß, dass wir als Eltern das Leben unserer Kinder prägen und sie in der Weisheit des Herrn leiten sollen. Wenn du dich in bestimmten Bereichen durch Scham zurückgehalten fühlst, bringe das zu Gott und lass ihn seine Wahrheit über dich aussprechen.

Gott befreit uns von Scham und gibt uns die Kraft, stark und authentisch aufzutreten – eine wichtige Lektion für unsere Kinder. Dieser Prozess der Heilung braucht Zeit und ist oft mit inneren Kämpfen verbunden. Aber genau deshalb sind wir berufen, diese Generation zu leiten: Eine Generation, die nach Wahrheit dürstet und nicht nach Fassaden.

Sprechen wir es direkt an: Wenn du von der Lüge zurückgehalten wurdest, du seist nicht die richtige Person, um über bestimmte Themen zu sprechen, dann setze dich mit dem Heiligen Geist zusammen. Lass ihn dir die Lügen, an die du geglaubt hast, offenbaren und empfange dann seine Wahrheit über dich. Schreibe sie auf und erinnere dich so oft wie nötig daran, damit du zu Hause mit Mut und Autorität sprechen kannst.

Nun, ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn du noch in Sünde lebst, dann ist das, was du fühlst, Überführung und nicht Lüge. Du kannst deinen Kindern nicht beibringen, dass Pornografie falsch ist, wenn du insgeheim immer noch damit kämpfst. Ja, der Feind wird versuchen, sich einzumischen, aber vergiss nicht: Es gibt Freiheit. Oder vielleicht kämpfst du mit der Lust und suchst die Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts auf ungesunde, identitätsstiftende Weise. Es gibt noch viele andere Themen, über die wir sprechen könnten, aber setze dich wieder mit dem Heiligen Geist zusammen. Frage ihn, ob es in deinem Leben verborgene oder sichtbare Sünden gibt, die er ansprechen möchte.

Wir haben es unzählige Male in unseren Heilungssitzungen erlebt - erwachsene Kinder kommen zu uns und der Heilige Geist offenbart uns, wie die verborgenen Kämpfe ihrer Eltern, wie Pornografie, Abtreibung, Ehebruch, Teenagerschwangerschaften, Drogenabhängigkeit oder sogar tief verwurzelter Hass auf Männer oder Frauen, sie beeinflusst und geprägt haben. Es ist ein Problem, wenn du deine Kinder in einem Elternhaus aufziehst, in dem du nicht das lebst, was du predigst. Wenn es Geheimnisse gibt, bringe sie ans Licht. Hol dir Hilfe - es gibt Hoffnung und du kannst frei sein. Warte nicht auf eine bessere Zeit; die beste Zeit ist jetzt. Lass dich nicht von Scham zurückhalten, denn das Stärkste, was du tun kannst, ist, es ans Licht und ans Kreuz zu bringen.

Ich weiß, dass es wahrscheinlich nicht das ist, was du beim Anklicken dieses Blogs erwartet hast, aber wir müssen die Dinge erst einmal auf den Punkt bringen. Es geht nicht darum, noch mehr Theorie hinzuzufügen, sondern wirklich in der Freiheit Christi zu leben und zu gehen. Und es gibt diese Freiheit, es gibt Hoffnung. Vielleicht brauchst du jemanden, der dich auf diesem Weg begleitet. Tu das nicht nur für dich, sondern für deine ganze Familie und dein Erbe. Es macht wirklich einen Unterschied.

Zurück zum „Wie“ - wie kann man ein Zuhause schaffen, in dem diese Themen regelmäßig besprochen werden? Und ja, ich wiederhole mich, es ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein kontinuierliches Gespräch. Das Wichtigste, was wir als Eltern tun können, ist, eine Atmosphäre zu schaffen, in der diese Themen nicht tabu sind, in der sie nicht seltsam sind und in der sie nicht vermieden werden müssen. Welche Möglichkeiten gibt es, dies zu fördern?

  1. Lass dich vom Heiligen Geist führen

    Nimm dir Zeit, um mit dem Heiligen Geist zu sprechen. Lass dich von Ihm leiten, was du sagen und wie du es ausdrücken sollst, damit du mit Weisheit und Klarheit sprichst – immer in Übereinstimmung mit der Wahrheit Gottes. Der Heilige Geist offenbart uns die Gedanken Gottes, lehrt uns und führt uns in alle Wahrheit, auch in der Erziehung.

  2. Sei offen und ansprechbar

    Schaffe zuerst ein Umfeld, in dem dein Kind sich sicher fühlt, mit dir über jedes Thema zu sprechen, auch wenn es unangenehm erscheint. Lass es wissen, dass es Fragen stellen kann, ohne dass du es verurteilst oder überreagierst. In der Familie gibt's Phasen, besonders in der Pubertät, in denen du das Gespräch nicht selbst anstoßen musst, weil sie einfach nicht darüber reden wollen. Unsere Kinder sind in dieser Phase – aber wenn sie eine Frage haben, stellen sie sie. Sie mögen es jedoch nicht, wenn wir das Thema von uns aus ansprechen, besonders wenn es um Sexualität geht. Das muss man respektieren.

  3. Früh anfangen und dranbleiben

    Diese Gespräche müssen nicht alle auf einmal stattfinden. Beginne, wenn sie jung sind, indem du ihnen altersgerechte Werte beibringst, und baue auf diesen Gesprächen auf, wenn sie älter werden. Und ja, noch einmal, es muss ein kontinuierlicher Dialog sein, nicht nur ein einmaliges Gespräch. Kürzlich haben unsere Kinder Themen wie Abtreibung oder Drogenmissbrauch angesprochen, besonders nachdem wir durch eine Gegend gefahren sind, in der es viele sichtbare Drogenkonsumenten gibt. Das hat viele wichtige Diskussionen ausgelöst. Als sie jünger waren, haben wir auch Dokumentarfilme angeschaut oder Bücher über heikle, aber altersgerechte Themen gelesen, um den Dialog offen zu halten.

  4. Nutze persönliche Geschichten, um eine Verbindung herzustellen

    Wie bereits erwähnt, macht es die Diskussion greifbarer, wenn du über deine eigenen Erfahrungen sprichst, sowohl über die guten als auch über die schlechten. Sprich darüber, welche Fehler du gemacht hast, was du daraus gelernt hast und wie sie von deinen Erfahrungen und denen anderer profitieren können. Ich habe auch oft Geschichten von Klassenkameraden oder Freunden erzählt, die zwar nicht meine eigenen waren, die aber trotzdem eine Verbindung herstellten, weil ich oft Teil dieser Momente war. Das hilft, eine Verbindung herzustellen und macht das Gespräch natürlicher und weniger gezwungen.

  5. Sei ehrlich und klar

    Kinder und Jugendliche merken, wenn du nicht ehrlich bist. Beantworte ihre Fragen ehrlich, auch wenn es unangenehm ist. Das schafft Vertrauen und sie kommen eher auf dich zu, wenn es um schwierige Themen geht. An dieser Stelle möchte ich eine Warnung aussprechen: Wenn du zu Sarkasmus neigst, ist das nicht der richtige Zeitpunkt für Witze. Zeige dich als vertrauenswürdige Quelle und als jemand, auf den man sich verlassen kann. Beiß dir auf die Zunge, wenn dir ein Witz oder eine schnelle, weniger ehrliche Antwort herausrutscht - es geht darum, einen sicheren Raum für offene, ehrliche Gespräche zu schaffen.

  6. Hör mehr zu, als du sprichst

    Wenn dein Kind schwierige Themen anspricht, widerstehe dem Drang, sofort mit Ratschlägen oder Korrekturen zu beginnen. Gib ihnen Raum, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken, ohne sie zu unterbrechen. Oft zeigt schon das Zuhören, dass du ihre Perspektive respektierst, und gibt ihnen das Gefühl, verstanden und unterstützt zu werden.Je älter unsere Kinder werden, desto wichtiger wird es, ihnen zuzuhören. Aber es ist entscheidend, dass sie bereits von klein auf lernen, wie wertvoll Zuhören ist, denn es zeigt Respekt. Oft bringen wir unseren Kindern diesen Wert bei, doch wir selbst folgen nicht immer unserem eigenen Rat, weil wir als Eltern denken, es besser zu wissen. Es ist jedoch wichtig, sich zurückzuhalten, sich auf die Zunge zu beißen und für die richtigen Worte zu beten. Besonders bei Jugendlichen ist es oft gar nicht notwendig, viel zu sagen. Manchmal reicht es, nichts zu sagen oder nur eine Frage zu beantworten. Ungefragt Feedback zu geben, ist eine Versuchung, der ich immer wieder widerstehen muss.

Ich bin sicher, dass dir diese Punkte, auf deinem Weg helfen werden. Es ist stark, wenn sie diese Themen, die oft im Internet, in den sozialen Medien und sogar in der Schule diskutiert werden, zuerst von dir hören. Aber sei nicht traurig, wenn sie es zuerst in der Schule hören. Heutzutage kommen diese Themen oft viel früher auf und du bist vielleicht nicht immer darauf vorbereitet. Aber wenn sie zu dir kommen, sei ihre Quelle der Wahrheit und der Hoffnung.

Bereite dich jetzt vor, damit du, wenn die Zeit kommt, mit altersgemäßen Antworten reagieren kannst. Zu sagen: „Frag mich später“ oder „Ich habe jetzt keine Zeit“ ist nicht die beste Antwort, vor allem, wenn es das erste Mal ist, dass sie etwas ansprechen. Es ist vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt, aber nutze ihn.

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