20 wichtige Fragen vor der Familiengründung - Teil 2 -
Dies ist der zweite Teil unseres letzten Blogs. Wer noch nicht die Gelegenheit hatte, den ersten Teil zu lesen, sollte dies unbedingt tun, bevor er sich in die Fortsetzung vertieft.
Wie bereits erwähnt, sind die hier behandelten Themen nicht erschöpfend. Sie sollen als Ausgangspunkt für wichtige Gespräche vor der Familiengründung oder auch, wenn man bereits eine Familie hat, dienen. Es ist nie zu spät, in solche Diskussionen einzutauchen, um Gemeinsamkeiten und Einheit in der Elternschaft zu finden. Es steht dir frei, eigene Fragen hinzuzufügen, um das Gespräch an deine individuellen Umstände und Werte anzupassen.
11. Wovor hast du bei der Familiengründung Angst?
Auch wenn dies oft übersehen wird, ist es wichtig, sich mit den Ängsten vor dem Familienleben auseinanderzusetzen. Es ist natürlich, sich auf die Aufregung und Vorfreude zu konzentrieren, aber es ist genauso wichtig, die Bedenken anzuerkennen und zu diskutieren.
Mein Mann und ich führten beispielsweise offene Gespräche über seine Bedenken hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen, Kinder mit nur einem Gehalt großzuziehen, und über die möglichen Auswirkungen auf unseren Lebensstil, wie eingeschränktere Reisemöglichkeiten. Diese Diskussionen ermöglichten es uns, auf Anliegen direkt einzugehen und gemeinsam praktische Lösungen zu finden.
12. Wie gehen wir als Paar mit Finanzen um?
Der Umgang mit unterschiedlichen Ansichten und Erwartungen in Bezug auf Finanzen kann aufschlussreich sein. Am Anfang gingen mein Mann und ich davon aus, dass unsere Liebe von Natur aus alle Hindernisse überwinden würde. Habt ihr das schon mal gesagt? :-) Doch je tiefer wir in die Diskussion eintauchten, desto mehr erkannten wir, dass unsere Erziehung und Überzeugungen unsere Sicht der Finanzen prägten.
Auch wenn wir nicht in der Lage sind, alles an einem einzigen Abend zu klären, so ist es doch wichtig, sich der Perspektiven des anderen bewusst zu sein.
13. Wie sieht es mit der Kinderbetreuung aus?
Die Entscheidung über die Kinderbetreuung ist eine wichtige Weichenstellung, die Eltern oft schon lange vor der Geburt eines Kindes treffen müssen. In der Schweiz beispielsweise wird empfohlen, sich bereits vor der Zeugung einen Betreuungsplatz zu sichern - was zeigt, wie ernst das Thema vielerorts genommen wird.
Unabhängig vom Standort muss die Organisation der Kinderbetreuung sorgfältig geplant werden. Sie ist nicht nur eine logistische Frage, sondern eine Entscheidung, die die Werte und Prioritäten einer Familie widerspiegelt. Sie als gemeinsames Projekt anzugehen, ist ein effektiver Ansatz.
Gehen Paare die Frage der Kinderbetreuung als Team an, können sie die Komplexität der Suche nach geeigneten Lösungen, die den Bedürfnissen und Wünschen der Familie gerecht werden, in Einklang bringen. Von der Diskussion der verfügbaren Optionen bis hin zur Abwägung der Vor- und Nachteile verschiedener Betreuungsarrangements wird durch die Zusammenarbeit sichergestellt, dass beide Partner aktiv an Entscheidungen beteiligt sind, die sich auf das Wohlergehen der Familie auswirken.
14. Wie teilen wir uns die Eltern-/Hausarbeit auf?
Elternschaft ist ein vielschichtiger Aspekt des Familienlebens, der über die Kinderbetreuung hinausgeht. Sie umfasst eine Vielzahl von Aufgaben und Verantwortlichkeiten - von der Hausarbeit über die Organisation von Terminen bis hin zu allem, was dazwischen liegt. Unabhängig davon, ob ein Elternteil zu Hause bleibt oder Vollzeit arbeitet, erfordert die Aufteilung der elterlichen Verantwortung sorgfältige Überlegung und offene Kommunikation.
In unserem Fall haben wir uns dafür entschieden, dass ich zu Hause bei den Kindern bleibe. Auch wenn bei dieser Vereinbarung natürlich die meisten Aufgaben bei mir als Hauptbetreuerin liegen, haben wir dennoch betont, wie wichtig es ist, auch andere Aufgaben zu teilen.
Es ist wichtig, kontinuierlich über die elterliche Verantwortung zu sprechen und dabei Faktoren wie berufliche Verpflichtungen, persönliche Präferenzen und die Bedürfnisse von Eltern und Kindern zu berücksichtigen.
15. Wie haben deine Eltern die elterliche Verantwortung aufgeteilt?
Die Art und Weise, wie deine Eltern die Erziehungsaufgaben aufgeteilt haben, kann dir wertvolle Einblicke in deinen eigenen Erziehungsansatz geben. Wenn du über die Dynamiken nachdenkst und ihre Auswirkungen auf deine Erziehung berücksichtigst, kannst du deine eigenen Vorlieben und Werte besser verstehen.
In meinem Fall war meine Mutter auch Vollzeit-Hausfrau, und wenn ich zurückblicke, sehe ich, wie positiv sich ihre Anwesenheit auf meine Erziehung ausgewirkt hat, besonders während meiner Teenagerjahre. Als ich selbst Mutter wurde, fühlte ich mich berufen, für meine Kinder ein ähnliches Umfeld zu schaffen - ein liebevolles und stabiles Zuhause, in dem sie immer Trost und Unterstützung finden konnten.
Darüber hinaus betrachte ich die Mutterschaft nicht nur als eine Rolle, sondern als eine Berufung und einen Auftrag. Diese Sichtweise prägt meinen Erziehungsansatz und stärkt mein Engagement, aktiv am Leben meiner Kinder teilzunehmen. So wie mich das Engagement meiner Mutter geprägt hat, möchte ich meinen Kindern ein ähnliches Erbe an Liebe, Fürsorge und Hingabe hinterlassen.
Wir können wertvolle Einsichten gewinnen, die unsere eigenen Entscheidungen und Prioritäten als Eltern beeinflussen, wenn wir darüber nachdenken, wie unsere Eltern die elterliche Verantwortung geteilt haben und welche Auswirkungen dies auf uns hatte.
16. Welche Familien haben dich positiv geprägt?
Über Familien nachzudenken, die uns positiv beeinflusst haben, kann unglaublich lehrreich und inspirierend sein.
Für uns gab es eine ganz besondere Familie, die einen tiefgreifenden Einfluss auf unsere Vorstellung von Elternschaft hatte. Die Erfahrung von Liebe, Einheit und Freude, die ihr Zuhause ausstrahlte, öffnete mir die Augen für die Schönheit und Erfüllung des Familienlebens. Ihr Beispiel entfachte in mir die Leidenschaft, eines Tages ein ebenso liebevolles und fürsorgliches Umfeld für meine eigene Familie zu schaffen.
Bevor ich diese einzigartige Familie kennenlernte, wusste ich, dass ich eines Tages Kinder haben wollte, aber ich hatte keine greifbaren Vorbilder, denen ich nacheifern konnte. Aber zu sehen, wie sie das Elternsein mit Anmut, Geduld und unerschütterlicher Hingabe meisterten, erfüllte mich mit Hoffnung und Zuversicht. Sie wurden zu einem leuchtenden Beispiel dafür, dass der Aufbau einer glücklichen und harmonischen Familie nicht nur möglich, sondern auch äußerst erfüllend ist.
17. Wie stehen wir zum Thema Babybett oder Familienbett?
Ein weiteres großes Thema, das die Leute spaltet, aber lass es nicht zu, denn du wirst deine eigene Entscheidung treffen. Hier ein kleiner Tipp, als Mutter ist es so wichtig, dass du nicht mit vorgefertigten Entscheidungen kommst, und dein Mann kann ein bisschen mitreden, aber du hast sie schon getroffen. Lass das und alle anderen Fragen etwas sein, das ihr gemeinsam macht. Wenn dein Mann sagt, er möchte, dass das Baby im Bett schläft, dann höre ihm zu, wenn du darüber nachgedacht hast, das Baby bei dir im Bett schlafen zu lassen und umgekehrt.
Denke daran, das Ziel ist Einigkeit in der Entscheidungsfindung. Auch wenn ein Partner anfangs einer bestimmten Option zuneigt, ist es wichtig, die Meinung des anderen Partners anzuhören und zu respektieren. Die Schaffung eines Gefühls der Einheit und des gegenseitigen Verständnisses legt den Grundstein für eine harmonische Elternschaft.
Letztendlich ist es egal, ob man sich für ein Babybett oder ein Familienbett entscheidet, das Wichtigste ist, eine Entscheidung zu treffen, die sich für die Familie richtig anfühlt.
18. Was sind die Kernwerte unserer Familie?
Kernwerte für deine Familie zu definieren, ist ein grundlegender Schritt, um die Kultur und Richtung deines Haushalts zu gestalten. Es geht darum, die Prinzipien, Überzeugungen und Prioritäten zu formulieren, die du deinen Kindern vermitteln möchtest, während sie aufwachsen und sich entwickeln.
In unseren Kursen vor der Geburt ermutigen wir die Paare, dieses Gespräch zu beginnen, indem sie sich ihre Hoffnungen und Träume für ihre Familie vorstellen. Abgesehen von der Befriedigung der Grundbedürfnisse: Welches Erbe möchtest du deinen Kindern hinterlassen? Welche Werte möchtest du ihnen mit auf den Lebensweg geben?
Diese Diskussion führt oft zu einer tieferen Erforschung individueller Prioritäten und gemeinsamer Bestrebungen. Es ist eine Gelegenheit, sich auf gemeinsame Werte zu einigen und eine klare Vision für die Zukunft der Familie zu entwickeln.
Wir schlagen vor, dass ihr 7-10 Kernwerte aufschreibt, die euch als Paar ansprechen. Überlegt euch dann, wie ihr diese Werte eurem Kind vermitteln wollt, während es aufwächst, und passt euren Ansatz dem Alter und der Entwicklungsstufe eures Kindes in den nächsten 18 Jahren an.
Diese Übung hat uns verändert, indem sie uns einen Leitfaden an die Hand gab, um uns auf unsere gemeinsame Vision und unsere Ziele zu konzentrieren. Sie erinnert uns daran, dass es bei der Elternschaft nicht nur darum geht, jeden Tag zu überleben, sondern unsere Kinder bewusst zu einem Leben voller Sinn und Erfüllung zu führen.
19. Wie wichtig sind Schulleistungen für unsere Kinder?
Die Frage, wie wichtig schulische Leistungen für unsere Kinder sind, ist eine grundlegende Diskussion, die Eltern führen sollten. Obwohl es einfach erscheinen mag, können unterschiedliche Perspektiven zu hitzigen Debatten führen, wenn sie nicht proaktiv angegangen werden.
Manche Eltern legen den Schwerpunkt ausschließlich auf einen Hochschulabschluss, während andere die Möglichkeit schätzen, einen Beruf zu erlernen, was in der Schweiz besonders häufig der Fall ist. Diese Vielfalt an Perspektiven spiegelt die einzigartigen kulturellen und sozialen Normen unseres Landes wider.
Es ist wichtig zu erkennen, dass es keine Einheitslösung gibt. Jedes Kind hat seine eigenen Stärken, Leidenschaften und Wünsche. Während akademischer Erfolg wertvoll ist, ist es ebenso wichtig, andere Wege zum Erfolg in Betracht zu ziehen, wie z.B. eine Berufsausbildung oder Unternehmertum.
Als Eltern müssen wir uns die Frage stellen, ob das Streben nach akademischer Exzellenz im Einklang mit den Zielen und Ambitionen unseres Kindes steht, oder ob es unsere eigenen Wünsche sind, die unser Kind dazu treiben. Wir sollten vermeiden, unsere eigenen Wünsche auf unsere Kinder zu projizieren oder ihre Leistungen als Maßstab für unseren eigenen Erfolg zu nehmen.
Stattdessen sollten wir Gottes Führung suchen, um den Weg unserer Kinder zu erkennen. Indem wir offen bleiben für seinen Willen für ihr Leben, können wir ihnen helfen, ihre einzigartige Berufung zu entdecken und ihr zu folgen. Dies erfordert aufmerksames Zuhören, ständigen Dialog und die Bereitschaft, unseren Ansatz anzupassen, wenn sie ihren Weg ins Erwachsenenleben finden.
20. Wollen wir das Geschlecht wissen?
Man könnte sich fragen, ob es heutzutage überhaupt noch eine Frage ist, das Geschlecht eines Babys zu erfahren. Schließlich ist es doch üblich, dass werdende Eltern es wissen, oder? Mein Mann und ich haben uns bei unseren drei Kindern dagegen entschieden. Erstaunlicherweise habe ich immer noch Freunde, die gespannt auf die Überraschung bei der Geburt warten.
Man muss aber auch sagen, dass diese Entscheidung nicht immer einfach ist. Ich habe Paare getroffen, bei denen ein Partner das Geschlecht wissen wollte, während der andere es lieber als Überraschung für sich behalten wollte. In solchen Fällen ist es wichtig, ein offenes und wertschätzendes Gespräch zu führen, die Ansichten des anderen Partners zu respektieren und schließlich eine Entscheidung zu treffen, die sich für beide Seiten richtig anfühlt.
Am Ende unserer Diskussion über die Fragen, die vor der Gründung einer Familie zu bedenken sind, möchte ich dich daran erinnern, dass diese Gespräche auch dann noch von großem Wert sein können, wenn du dich bereits auf dem Weg zur Elternschaft befindest. Ich hoffe, du fühlst dich ermutigt und voller Hoffnung, wenn du über diese Themen nachdenkst. Die Familie ist in der Tat ein wunderbares Geschenk von Himmel, und meine Kinder gehören zu meinen kostbarsten Gaben.